Wurzelschädlinge

Trauermücken: Die adulten Trauermücken an sich schaden unseren Pflanzen nicht, können jedoch den Pflanzenliebhaber ganz schön nerven wenn sie ständig um einen herum fliegen! Die Larven dagegen leben im Pflanzensubstrat und ernähren sich unter anderem von den (Fein-) Wurzeln unserer Zimmerbegrünung! Ein starker Befall kann somit zum Tod der Pflanze führen! Die Bekämpfung sollte daher beginnen, sobald der erste Befall festgestellt wird!! Leider kaufen wir mit einem Sack Blumenerde fast immer auch Trauermückenlarven mit, da die Erde vom Abfüller nicht genügend erhitzt wurde was die Eier und Larven abtöten würde. Es besteht die Möglichkeit Gelbsticker bzw. Gelbtafeln einzusetzen: diese ziehen durch ihre gelbe Farbe die adulten Trauermücken an und da diese mit einem Kleber bestrichen sind, bleiben die Tiere daran kleben und sterben. Die Sticker kann man direkt in die befallenen Blumentöpfe stecken, die Tafeln werden zwischen oder über den Pflanzen aufgehängt. Desweiteren kann man die Trauermückenlarven mit Hilfe von Nematoden (Steinernema feltiae) oder dem Bakterium Bacillus thurigiensis bekämpfen, wobei diese Methode nach meinen eigenen Erfahrungen keine dauerhafte Lösung darstellt um die Trauermücken gänzlich los zu werden!! Daher mag es komisch klingen, daß man der Plage mit einem ganz einfachen Mittel Herr wird: Die Deckerde einfach mit einer mindestens 1cm dicken Schicht Sand bestreuen!! Dieser sollte jedoch nicht feucht sondern so trocken wie möglich gehalten werden!! Der Grund ist ganz einfach: die adulten Trauermückenweibchen legen ihre Eier in feuchtes Substrat ab. Trockener Sand interessiert sie herzlich wenig und selbst wenn sie Eier in dem Sand ablegen, so setzen sie diese im wahrsten Sinne des Wortes “in den Sand” da sie binnen kurzer Zeit vertrocknen!! Zudem kann die Sandschicht evtl. verhindern, daß die adulten Tiere nach dem Schlüpfen an die Erdoberfläche gelangen, wobei es sich bei dieser Theorie um meine eigene Vermutung nach langjährigen Beobachtungen handelt!!

Des weiteren können Springschwänze den Wurzeln unserer Pflanzen gefährlich werden, wenn sie im Übermaß auftreten. Hier gibt es leider recht wenig Bekämpfungsmöglichkeiten, wenn man nicht zur chemischen Keule (Insektizid) greifen möchte! Eine Möglichkeit der Minimierung besteht darin, den befallenen Blumentopf für längere Zeit unter Wasser zu tauchen, so dass die Springschwänze an die Wasseroberfläche treiben. Effektiver ist natürlich dabei, wenn man den Wurzelballen zuvor aus dem Topf herausholt.

Präventiv gegen unterirdische Schädlinge kann man die Blumenerde vor dem Gebrauch angefeuchtet für einige Zeit im heißen Backofen erhitzen, wodurch die Schädlinge absterben. Diese Methode verringert übrigens auch die Gefahr, daß man seine Zimmerpflanze beim Umtopfen anderen oberirdischen Schädlingen wie z.B. der Spinnmilbe aussetzt, da diese evtl. schon im Substrat vorhanden sein können!!
Alternativ besteht die Möglichkeit, unterirdische Schädlinge durch das gießen von Tabaksud zu bekämpfen, da das im Tabak enthaltene Nervengift Nikotin als “natürliches“ Insektizid einsetzbar ist. Hierfür legt man eine beliebige Menge Tabak für längere Zeit in Wasser oder kocht diesen aus um das Nikotin zu lösen. Anschließend filtert man die Tabakreste ab und erhält so eine dunkle nach Tabak riechende Lösung, die gegossen werden kann.

Beim Umgang mit der Tabaklösung sollte man jedoch am besten Handschuhe tragen, da das Nikotin vom Menschen über die Haut aufgenommen werden kann!!! Zudem sollte man bedenken, daß die Pflanze das Nikotin über die Wurzeln aufnehmen kann!! Wer möchte schon nikotinbelasteten Basilikum oder Tomaten essen??

Letztendlich ist es wohl die beste Alternative, wenn man die durch unterirdische Schädlinge bedrohte Pflanze in gesunde Erde umtopft. Hierbei sollte man die Wurzeln so gut wie möglich von der alten Erde befreien, trockene Erde kann man einfach ausklopfen und ansonsten die Wurzeln unter Wasser auswaschen.

Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, daß man für gesunde Pflanzen nicht an Geld sparen sollte, wenn es um den Kauf von Blumenerde geht!! Ich möchte hier keine Schleichwerbung machen, aber nach meinen persönlichen Erfahrungen ist die Blumenerde von Composana am besten, wenn es um “gesunde“ Blumenderde geht! Ansonsten gibt es im Handel noch (häufig in Briketts gepresstes) Kokoshum. Die gepressten Briketts muß man mit der angegebenen Wassermenge in einen Eimer mit Wasser geben, wobei man hier am besten kochendes Wasser nehmen sollte, um evtl. enthaltene Schädlinge abzutöten!