Fakt
Die Verwendung von Hochleistung-LEDs kommt ohne Kühlung derselbigen nicht aus. Die Berechnung entsprechender Kühlkörper bedarf
allerdings einiger besonderer Vorüberlegungen, wenn man sich die Datenblätter anschaut.
Hintergrund
- Der größtmögliche optische Output liegt bei einer Chiptemperatur (Junction Temperature) von

- Der Gehäuse-Wärmewiderstand beläuft sich je nach Modell auf

Setzt man diese Werte in die Standardformel für Kühlkörperberechnung ein,
bekommt man zwar ein mathematisch korrektes, aber praktisch unmögliches negatives Ergebnis:

Erläuterung
- Der Wärmewiderstand eines Körpers im Allgemeinen gibt die Temperaturdifferenz an, die zwischen der
Wärmeaufnahmefläche und gegenüberliegendender Wärmeabgabefläche entsteht, wenn 1Watt Wärmeleistung abgeleitet werden. - Der Gehäuse-Wärmewiderstand von HP-LEDs hat technisch bedingt einen sehr viel höheren Wert gegenüber anderen Halbleiterbauelementen.
Das bedeutet in diesem Beispiel, zwischen LED-Gehäuse-Aussenseite und LED-Chip entsteht ein Temperaturunterschied von

- Selbst wenn die Gehäuseaussenseite bis auf die übliche Raumtemperatur von 20°C gekühlt wird, hat der LED-Chip eine
Temperatur von mindestens 29,6°C , also 4,6°C über dem Optimalwert für den höchsten Output.
Möglichkeiten
1.)
Wird ein lüfterloser Standard-Kühler mit einem Wärmewiderstand von 1K/W eingesetzt, liegt die Chiptemperatur bei 30,7°C.
Ein entsprechender Kühlkörper aus Aluminium mit freier Konvektion hat eine Kühloberfläche von etwa 600cm²
und beispielsweise folgende Abmessungen:
Wärmeaufnahmefläche = 10 cm x 10 cm
Grundplatte = 1 cm stark
10 Kühlrippen – jeweils 3 cm hoch und 4 mm stark
2.)
Die zusätzliche Verwendung von elektrischen Lüftern ermöglicht zwar viel kleinere Kühlkörper, drückt aber widerum
die Effizienz, da zusätzlich Strom verbraucht wird. Ausserdem wird dadurch auch nicht eine Chip-Temperatur
von 25°C erreicht, zumindest nicht in einer pflanzen- und menschenfreundlichen Umgebung von 20°C.
3.) Mit einem Flüssigkeitskühler wäre die nötige Gehäuse-Aussentemperatur von 16,5°C kein Problem.
Der Kompromis
- Der Output der LEDs liegt bei Chip-Temperaturen von 40°C … 55°C immerhin noch bei 95% – 97% gegenüber dem optischen Wirkungsgrad bei
einer Chiptemperatur von 25°C. - Aufgrund der Halbleitereigenschaften sinkt mit zunehmender Chiptemperatur und bei konstantem Betriebsstrom
die nötige Vorwärtsspannung, was sich erheblich in der Nettorechnung bezüglich der Stromverbrauch/Lichtleistung-Effizienz bemerkbar macht.
Für
ergeben sich dann Werte von 
Das entspricht sehr viel kleineren Kühlkörpern von etwa 2,5cm x 1,5cm bis 4cm x 2,5cm.
Dies wären zum Beispiel Stift- oder Sternkühlkörper.
Wertetabelle für LED-Kühlkörper -> klick

